Die achte Frankfurter Sportgala in den Mainarcaden hat viele Siegerinnen und Sieger erlebt – und die Frankfurter SportStiftung gehörte am 17. November dazu.

Eine Bühne voller Sieger

Sportdezernent Markus Frank würdigte die Arbeit der SportStiftung, die in diesem Jahr ihr 50jähriges Bestehen gefeiert hat, so: „Viele herausragende Leistungen wären ohne die Frankfurter SportStiftung nicht möglich gewesen. Junge Talente der rund 420 Sportvereine in unserer Stadt erhalten durch sie finanzielle und materielle Unterstützung, um qualifiziert trainieren zu können.“ Den Vorsitzenden der SportStiftung, Jürgen Lange, nannte Frank einen „echten Unternehmer“, der in den letzten drei Jahren die Spenden-Einnahmen verzehnfacht habe. Als besondere Überraschung übergab Frank an Lange einen Scheck über 5.000 Euro, mit dem die Stadt die Einnahmen aus dem Los-Verkauf der Spenden-Tombola des Abends aufstockte. Mit dem Los-Verkauf der Tombola selbst konnten 4.500 Euro erzielt werden.

„Positive Beispiele“

Rund 400 Gäste waren in den Mainarcaden zu Gast und feierten die Frankfurter Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2018 in sieben Kategorien. Ausgezeichnet wurden Aktive und Trainer, die entweder für einen Frankfurter Verein starten oder in Frankfurt leben. „Alle nominierten Sportlerinnen und Sportler haben über einen langen Zeitraum hart für ihre Erfolge gearbeitet. Ihrer Disziplin und ihrem Willen, über Grenzen zu gehen, um große Ziele zu erreichen, zolle ich großen Respekt“, sagte Sportdezernent Frank. „Alle, die heute hier auf der Bühne stehen, sind positive Beispiele.“

Der „Trainer des Jahres“ durfte als Erster auf die Bühne, und er erhielt den Sieger-Bembel aus der Hand von Jürgen Lange: Jan Förster vom Frankfurter Golf-Club trainiert seit 2009 die Golfer im Junioren- und Herrenbereich, viele Talente haben dank seiner Arbeit ihren Weg gemacht. 2011 schon wurden die Frankfurter mit Förster deutscher Meister in der Altersklasse 18. Der 18jährige Lukas Buller wurde 2018 Zweiter der deutschen Lochspiel-Meisterschaft und vertrat Deutschland bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires/Argentinien. „Ein guter Trainer muss das Potential der Athleten erkennen und entfalten“, nannte Lange bei der Übergabe des Sieger-Bembels als wichtigste Eigenschaft.

Publikumswahl

In den drei Kategorien Sportlerin des Jahres, Sportler des Jahres und Mannschaft des Jahres konnte das Publikum über die Vorschläge von Jury und Experten abstimmen – über 5.000 Frankfurter beteiligten sich. Dass Eintracht Frankfurt als Fußball-Pokalsieger am Ende eines festlichen Abends als bestes Team geehrte wurde, war angesichts der Begeisterung, die im Mai nach dem Pokal-Triumph in der ganzen Stadt geherrscht hatte, fast schon absehbar. Vereinspräsident Peter Fischer nahm die Auszeichnung von Fußball-Weltmeisterin Nia Künzer entgegen.

Sportlerin des Jahres wurde die 24 Jahre alte Weltklasse-Schwimmerin Sarah Köhler (SG Frankfurt). Mit dem 2. Platz über 1.500 m Freistil, dem 2. Platz mit der Freiwasser-Staffel und dem 3. Platz über 4×200 m gehörte sie zu den herausragenden Athletinnen der Europameisterschaft in Glasgow. Dazu kam 2018 noch die deutsche Meisterschaft über 800 m. Ihr großes Ziel „ist eine Olympiamedaille in Tokio 2020“, sagte Sarah Köhler. Sie studiert in Heidelberg, hat ihre Trainingsgruppe neuerdings in Magdeburg, sie sei aber „ein echtes Frankfurter Mädchen“, meinte sie fröhlich. Seit 13 Jahren gehört sie zur SG Frankfurt. Ihr stressiger Alltag mache ihr „Spaß“. „Sport erfüllt mich, ich erlebe Dinge und lerne Menschen kennen, was ohne Sport so nicht wäre.“ Um 6.30 Uhr am Morgen geht es für sie schon in die Schwimm-Halle, rund fünf Stunden Training stehen pro Tag auf dem Plan.

Der Sportler des Jahres nannte seine Saison 2018 „unbeschreiblich.“ Der gebürtige Frankfurter Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar) wurde zunächst deutscher U23-Meister über 100 m und 200 m. „Das war nicht unerwartet“, sagte er. Dann kam der 21. Juni, und Kranz gewann bei der deutschen Leichtathletik-Meisterschaft in Nürnberg den Titel über 100 m, „die größte Überraschung überhaupt“. Der 20jährige Kranz erlebte danach bei der Europameisterschaft in Berlin seine ersten internationalen Titelkämpfe, „eine unbeschreibliche Hausnummer“, sagte er. Momente wie in Nürnberg seien seine Motivation. Diese „intensiven zehn Sekunden“ als Sprinter wolle er „so oft wie möglich“ erleben.

Karriereende

Hammerwerferin Kathrin Klaas wurde beim Gala-Abend festlich verabschiedet und für ihre herausragende sportliche Karriere geehrt, die bei der Europameisterschaft in Berlin endete. Polizeipräsident Gerhard Bereswill machte deutlich, dass seine Mitarbeiterin ein gutes Beispiel für eine gelungene „Duale Karriere“ sei, der Übergang vom Sport in den Beruf sei gelungen. Die Sportfördergruppe der hessischen Polizei hat in bislang 13 Jahren rund 80 Sportlern eine Ausbildung ermöglicht.

Kathrin Klaas war zwei Mal deutsche Meisterin und nahm vielfach an Olympischen Spielen, Welt- oder Europameisterschaften teil und verpasste dabei vier Mal als Vierte jeweils nur ganz knapp eine Medaille. Jetzt arbeitet die Polizeioberkommissarin im Social-Media-Team der Frankfurter Polizei. Angefangen hatte sie einst als Hürdenläuferin, sattelte dann aber erfolgreich um. „Hammerwerfen hat mir die Welt eröffnet“, sagte sie. „Die Auftritte im Stadion werde ich vermissen.“ Auch sie wurde über Jahre hinweg erfolgreich von der Frankfurter SportStiftung gefördert.

Investition in die Zukunft

„Damit wir auch in den nächsten Jahren sportliche Erfolge feiern können, wird die Sportstadt Frankfurt weiter in die sportliche Infrastruktur investieren“, versprach Sportdezernent Frank. Die engagierte Arbeit der Vereine vor Ort stellte er besonders heraus.

Der Sportpreis der Stadt Frankfurt unter dem Motto „Sport kennt keine Grenzen“ ging an acht Frankfurter Leistungsgemeinschaften. Mit diesem Preis können Personen, Vereine oder Organisationen gewürdigt werden, die sich in hervorragender Weise für die Förderung und Umsetzung der gesellschaftspolitischen Aufgaben des Sports einsetzen. Die Arbeit der Leistungsgemeinschaften bildet seit Jahrzehnten eine wichtige individuelle Entwicklungschance für viele Kinder und Jugendliche aus allen Nationen, im Breiten- wie im Spitzensport. Der Sportpreis wird seit 2006 alle zwei Jahre vergeben und war diesmal mit insgesamt 12.000 Euro dotiert.

www.sportlerehrung-frankfurt.de

Die Informationen zu den Nominierten auf einen Blick:

Sportlerin des Jahres

Sarah Köhler (SG Frankfurt) – Schwimmen

Sportler des Jahres

Kevin Kranz (Sprintteam Wetzlar/Wohnort Frankfurt) – Leichtathletik

Mannschaft des Jahres

Eintracht Frankfurt – Fußball

Nachwuchssportlerin des Jahres

Christine Schuldt (Frankfurt FLYERS 2003 e.V.) – Trampolinturnen

Nachwuchssportler des Jahres

Emile Schnabel (Olympischer Eisschnelllauf Club Frankfurt e.V.) – Eisschnelllauf

Behindertensportlerin des Jahres

Verena Fleckenstein (Gehörlosen Turn- und Sportverein Frankfurt am Main 1908 e.V.) – Tennis

Trainer des Jahres

Jan Förster (Frankfurter Golf Club e.V.) – Golf

Sonderehrung herausragende sportliche Karriere

Kathrin Klaas (LG Eintracht Frankfurt) – Hammerwerfen

Sportpreis „Sport kennt keine Grenzen“

Leichtathletikgemeinschaft Eintracht Frankfurt
LG Rudern / Frankfurter Regattaverein von 1888 e.V.
Schwimmgemeinschaft Frankfurt
LG Wasserspringen / Höchster Schwimmverein 1893 e.V.
LG Turnen / Turngau Frankfurt am Main e.V.
LG Radsport
LG Fechten / Eintracht Frankfurt e.V.
LG Eisschnelllauf / Eiskunstlauf

Weitere Informationen zur Frankfurter Sportgala sind auf der Homepage www.sportlerehrung-frankfurt.de oder auf Nachfrage per E-Mail über frankfurter.sportlerehrung@stadt-frankfurt.de erhältlich.

Text: Jörg Hahn
Bild: © Sportamt Frankfurt/ Raman-Photos